BERICHTE
Werdershausen -
das grüne Dorf an der Fuhne. Berichte, Kommentare und Veröffentlichungen zu und aus unserem Dorf.
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TERMINE
Veranstaltungen und Termine der Vereine, Feste im Dorf und Veranstaltungen im Überblick.
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Werdershausen hat ein sehr aktives Vereins-leben. Zu allen Vereinen finden Sie weitere Informationen.
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Ausgrabungen und Funde
Historie - Zeitberichte Vor- und Frühgeschichtliche Entw.

 

  • In den Kiesen bei Werdershausen wurde ein schön gearbeiteter Faustkeil (Handspitz) aus milchweiß patinierten Feuerstein gefunden, der ein Alter von etwa 200 000 Jahren hat.
  • Bei Werdershausen fand man in einem leider fast restlos zerstörten Gräberfeld eine Hausurne.
  • In der näheren Umgebung Gröbzigs fand man bei Ausgrabungen Faustkeile, Speerspitzen und Messer aus Stein, welche vor 5 – 10 000 Jahren benutzt wurden.
  • In der Bahnhofs-, Neuen- und Dohndorfer Str. fand man Urnen mit Leichenbrand (Bronze- und ältere Steinzeit).
  • 1825 fand man im Amtsgarten der ehemaligen Domäne Bronze- und Eisengeräte.
  • Bei Ausgrabungen fand man 1928 in der Schützenstraße auf dem Gelände der ehemaligen Domäne:
  • 6 jungbronzezeitliche Wohngruben von durchschnittlich 1,50 m Tiefe, davon 15 - 30 cm Lehm
  • in einer Abfallgrube lag ein kleines Flachbeil aus Stein (jüngere Bronzezeit, um 1200 v. d. Zeitwende).
  • ein mit dem Kopf nach SSW, den Füßen nach NNO liegender „Hocker“ ohne Beigaben (vermutlich Annjetitzer Zeit – Kultur der Frühbronzezeit im südöstl. Mitteleuropa um 1700 v. u. Z.)
  • Im Stadtgebiet von Gröbzig wurde ein Brandgräberfeld aus dem 3. Jahrhundert nach der Zeitrechnung gefunden.
  • Am Nordrand der Stadt wurden vom Landesmuseum Köthen ein Frauengrab aus dem 7. Jahrhundert nach der Zeitwende freigelegt. Beigaben waren eine bronzene S – Fibel mit Tierornamenten, ein Gefäß und eine große ovale Bernsteinperle.
  • Am Akazienberg wurden Gräberfunde aus der älteren und jüngeren Bronzezeit gemacht; auf der Spitze des Berges befindet
    sich ein großes Hügelgrab (vermutlich neolithische Zeit).


Auszug aus dem Bericht von Dr. Naumann in seinem Band V „Geschichte der Stadt Gröbzig „ über Grabungen mit der Vermutung, dass der alte Schlossberg von den Slawen als Wasserburg errichtet wurde:

„1956 wurde inmitten von Gröbzig auf dem Grundstück von Herrn Friedrich Licht auf dem Berge 15 -  beim Ausschachten einer etwa 3,30 m tiefen Sickergrube ein bedeutsamer Keramikfund geborgen.

Nach Durchgrabungen einer 2,5 m starken, z. T. humösen Schutzschicht fand man einen menschlichen Unterkiefer, eine wellenverzierte slawische Scheibe aus dem 10. bis 11. Jahrhunderts, mittelalterliche Keramikreste des 13. und 14. Jahrhunderts  und Tierknochen vom Rind und Schwein auf dem ehemaligen Mutterboden, der eine dicke von 30 – 40 cm hatte.

Zwischen der einstigen Oberfläche und dem darunterliegenden gelblichbrauen sandigen Kies wurde eine ungefähr 6 – 7 cm starke, versiegelte Lehmschicht durchstoßen. Unter dieser befand sich ein Hohlraum, in dem mindestens 15 Gefäße standen, von denen 12 im Heimatmuseum Köthen völlig wieder hergestellt werden konnten.

Es handelt sich um 2 große Töpfe mit Henkel, um die ein kleinerer Henkeltopf und mehrere kleine, außerordentlich sorgfältig gearbeitete Tassen gruppiert waren.

Obwohl von der versiegelten Lehmschicht nichts geborgen werden konnte lässt der Fund mit großer Wahrscheinlichkeit darauf schließen, dass man auf einen urzeitlichen Töpferofen gestoßen ist. Auch die auffallende Gleichartigkeit der Keramik spricht für einen Werkstattfund – sämtliche Gefäße sind ungebraucht.

Die stark gebeulte Form und die Glättung der Gefäße sollen auf stilistische Beziehungen zu den süd-(west)-deutschen Formen hinweisen. Der Fund wird in den Zeitraum von etwa 600 bis 700 vor unserer Zeitrechnung verlegt (frühe La Tene – Zeit). Es ist das erste Mal, dass uns der alte Burgberg einen derartigen interessanten Fund beschert. Interessant insofern, als hier eine sehr alte vorwendische industrielle Töpferwerkstatt wieder das Licht der Welt erblickte.

Sehr bemerkenswert aber ist, dass diese Werkstatt nicht nahe der heutigen Oberfläche des Schlossberges lag, sondern erst in einer Tiefe von 2,5 Metern gefunden wurde. Erst hier stieß man auf den eigentlichen 30 – 40 cm dicken Mutterboden und der jetzigen Oberfläche des Schlossberges war gefüllt mit humösen Schuttmassen.“

Diese Feststellung ist für Dr. Naumann insofern wertvoll, als sie seine Theorie, der Gröbziger Burgberg sei das Zentrum einer nachträglich aufgeschütteten „Wasserburg“, erneut voll und ganz bestätigt. Dass sich in dem aufgeschütteten Erdreich eine slawische Scherbe befunden hat spricht dafür, dass die Aufbringung des Bodens durch die Slawen stattgefunden haben muss. Ein teil aller erwähnten Funde befindet sich in den Museen in Köthen und Gröbzig.


 

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