BERICHTE
Werdershausen -
das grüne Dorf an der Fuhne. Berichte, Kommentare und Veröffentlichungen zu und aus unserem Dorf.
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VEREINE
Werdershausen hat ein sehr aktives Vereins-leben. Zu allen Vereinen finden Sie weitere Informationen.
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Besiedlung
Historie - Zeitberichte Vor- und Frühgeschichtliche Entw.

Die im Kampf ums Dasein immer mehr erstarkenden Urmenschen verbreiteten sich nach und nach auch über Norddeutschland, wo sie sich, außer der altgewohnten Jagd und dem Fischfang, allmählich auch der Viehzucht zuwandten. Dadurch wurde ein geordnetes Nebeneinander mehrerer „Familien“ (Sippen) ermöglicht. 

 

In dieser “jüngeren Steinzeit“, der so genannten neolithischen Periode, die um ca. 1500 vor Christus ihr Ende erreichte, erfolgte eine allmähliche beständige Besiedlung der norddeutschen Ebene und mit ihr auch des Gebietes des Akatienberges und dessen weiteren Umgebung Die am Mühlenberg bei Ilbersdorf freigelegten Gräber beweisen, dass in der jüngeren Steinzeit unser Gebiet recht ansehnlich bevölkert sein musste. In 1,25 m tiefen Gräben fand man in Steinkisten unverbrannte Leichen. Als Beilagen konnten Gefäße mit Schnurverzierungen, polierte Steinbeile und Feuersteinmesser geborgen werden. Die aus der Bronze- und älteren Steinzeit stammenden Gräber in Richtung Akazienberg enthielten Leichenbrand in unverzierten Urnen. Außerdem wurden Nadeln, Spiralen, Ringe- aber auch schon eiserne Geräte gefunden.

 

Wir haben hier ein seltenes Beispiel einer dauernden Besiedlung ohne erheblichen Wechsel der Bevölkerung von Anfang der jüngsten Steinzeit bis zum Ende der jüngeren Eisenzeit (La Tene), also von ca. 2.500 vor- bis ca. 100 Jahre nach Christus. Die Gründe für die starke Besiedlung unseres Gebietes in allen Zeitepochen ist die günstige Lage des Ortes. Die trockenen, sandigen Hügel längs des Fuhnetals waren ideale Baugelände. Der Fluss lieferte Wasser und Fische, der Wald bot Wild und Holz.

 

Obwohl nach der Eisenzeit jahrhundertelang keine historischen Nachrichten bekannt sind ist anzunehmen, dass die damalige Bevölkerung unserer Gegend bereits die Vorboten unserer Germanischen Vorfahren waren. Im Laufe der späteren Völkerwanderung wurde aus den hier wohnenden Hermunduren durch Vermischung mit den Norden nach Süden drängenden Stämmen der Angeln und Warnen eine Zeitlang das von Königen beherrschte Volk Thüringer, welches aber im Jahre 531 von den Franken und Sachsen überwältigt wurde. In den Jahren 520 – 531 erschienen in unserer Gegend die ersten Slawen, die sich Sorben und Wenden nannten.

 

Die Saale war auf lange Jahre hinaus eine viel umkämpfte Völkerscheide, wurde aber nach langen Grenzkämpfen zwischen Franken und Slawen um 633 von den kämpfenden Parteien als Grenze anerkannt. Der Frieden hielt nicht lange und die Grenzkonflikte kamen erneut zum Ausbruch. Fürst Heinrich I., dem ersten deutschen König sächsischen Stammes gelang es um 919, die Sorben bis zur Mulde zu unterwerfen, dauerhaft aber erst nach der befreienden Schlacht bei Riade (Merseburg) am 15.03.933 (Befreiung Deutschlands von der Ungarnherrschaft). Hierauf wurde das Sorbenland von den Sachsen kolonisiert und unter dem Namen des Gaues „Serimunt“ eines Graugrafen, dem Markgrafen Gero übergeben.

 

Die Deutschen gaben, vermutlich nach dem zerstörten Hauptort der Wenden, „Serimode“ oder „Serimunt“ genannt, dem unweit davon gelegenen Worbetz (Wörbzig) einen neuen Mittelpunkt. (Serimode, nördlich in der Nähe der heutigen Pilsenhöhe gelegenen, war vermutlich eine wendische Haupt-, Gerichts- und Kulturstätte des von alten Geschichtsschreibern erwähnten wendischen Götzen Puls).

 

Die Umgangsformen der Deutschen und Slawen in den gemeinsam bewohnten Siedlungen können nicht unfreundlich gewesen sein, sonst wäre ein Zusammenleben nicht möglich gewesen. Unterschiede in Lebensweise und Beschäftigung führten nicht zu wesentlichen Auseinandersetzungen, denn in unserer Gegend wurde noch bis in das 13. Jahrhundert wendisch gesprochen. Um 1034 kam die vorgenannte Grafschaft durch Erbgang an die Askanier, welche noch bis Anfang unseres Jahrhunderts die Herrschaft darüber hatten.

 

Wer Gröbzig in Richtung Linde verlässt, kommt an die Wüstung Dobedorff, auch Dobelingen  genannt, vorbei. Kurz vor dem Akazienberg sind die Dörfer Hatzgendorff und Zodelsdorff zu suchen. Wenn man vom Akazienberg zur Fuhne blickt, dann könnte dort, wo Reste eines Busches stehen, die Stelle sein, wo sich Zodelsdorff befand. In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden noch Trümmer dieser Wüstung gefunden. Wir können deshalb mit Fug und Recht den Akazienberg, die Linde und deren Umgebung als eine Kulturlandschaft bezeichnen, die historisch betrachtet von besonderem Wert ist. Der Akazienberg und die Linde sind über Generationen hinweg tief im Bewusstsein der Bewohner Gröbzigs verwurzelt.

 

 

VERANSTALTUNGEN