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Nauendorf – Gerlebogker – Eisenbahn
Historie - Die Eisenbahnstrecke

Die Bahn wurde in einem Gebiet erbaut, welches zwischen den beiden bedeutenden Eisenbahnfernstrecken:

Magdeburg – Köthen – Halle (1840) und Halberstadt – Könnern – Halle (1871) lag.

 

Dieser Landstrich wurde von der Ortschaft Gerlebogk bis nach Löbejün durch das Tal der Fuhne getrennt. Gerlebogk war im 19. Jahrhundert ein Zentrum der anhaltinischen Braunkohlegewinnung. 1898 legte die Eisenbahngesellschaft R. Burchard & Co. Berlin verschiedenen Interessenten ihre Gedanken zu einer Bahnverbindung von Köthen nach Nauendorf vor. Die Linie sollte vorgenannte Strecke durchlaufen und 17 Orte erfassen. Die Interessenten waren die Stadt Löbejün, Zuckerfabriken, größere Güter und Kohlengruben. Eventuell sollte die Bahn schmalspurig gebaut werden. An dieser Verbindung hatte jedoch der Saalkreis, der bei Löbejün begann, kein Interesse. Außerdem gehörte dieses Terrain etwa zur Hälfte zu Anhalt, zum anderen zu zwei preußischen Kreisen.

 

Ein Jahr später schlug die Vereinigte Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft dem Regierungspräsidium Merseburg vor, eine Bahn von Nauendorf (Halberstadt – Halle) über Löbejün – Gröbzig bis Gerlebogk zu bauen und bat darum, die Vorarbeiten dazu zu übernehmen. Die wichtigsten Güter für den Bahntransport sollten sein:
Pflastersteine aus Löbejün (Prophyr) und
Kohle aus Gerlebogk.

 

Diese Verbindung war zwar wesentlich kürzer, erfasste aber weniger Orte als andere Verbindungen, wie z. B. eine Strecke Stumsdorf (Köthen – Halle) – Löbejün – Gerlebogk. Die Verwaltung des Saalkreises wollte jedoch nur das Projekt Nauendorf – Gerlebogk unterstützen. (Eine weitere Kleinbahn von Nauendorf nach Wettin war ebenfalls im Gespräch). Für die Stadt Löbejün war der Bahnanschluss eine Lebensfrage und drängte im August 1897 zum Bahnbau.

 

Am 06.08.1898 wurde schließlich die Konzession für das preußische Gebiet (7,9 km) erteilt und finanziert wurde der Bau durch Hallesche und Berliner Banken, sowie kleinere örtliche Banken. (1935 gab die Bahn – AG ihr Kapital mit 800.000 RM an).

 

1899 war das Jahr der größten Bautätigkeit; es mussten Brücken bis 10 m lichte Weite und drei kleinere errichtet werden.

 

Am 02.05.1900 war die Strecke von Nauendorf bis zur Landesgrenze (Fuhne) soweit fertig gestellt und die polizeiliche Abnahme erfolgte am 23.05.1900.

 

Nachdem am 06.06.1900 der anhaltinische Teil bis Gröbzig fertig gestellt war,  konnte nach Vollendung der Anschlussgleise in Nauendorf am 18. Juli 1900 die Strecke bis Gröbzig eröffnet werden.
Dazu wurde bereits am 23.04.1898 ein Staatsvertrag zwischen Preußen und Anhalt abgeschlossen. Die Grenze verlief zwischen Löbejün und Werdershausen an der Fuhne entlang. Die durchgehende Verbindung bis Gerlebogk wurde am 05.10.1900 in Betrieb genommen (Baukosten: ca. 1.668.981,-).

 

Der erste öffentlich Zug fuhr am 18. Juli 1900 6:00 Uhr mit 20 Reisenden von Gröbzig in Richtung Nauendorf ab.  Der geschmückte Extrazug traf am Nachmittag 14 Uhr in Gröbzig ein und nahm die Fahrgäste mit zurück nach Gottgau.

 

Die Weiterführung bis Gerlebogk hatte aber nicht nur den Kohletransport zum Ziel, es sollte damit eine Anbindung an die bereits 1853 gebaute 6,9 km lange Verbindung nach Biendorf zur damaligen Anhalt – Cöthener Eisenbahn erreicht werden. Letztere Eisenbahn war lediglich eine Güterbahn zur Abfuhr der Braunkohle aus dem Revier Gerlebogk – Preußlitz. Sie wurde später als „preußische Kohlebahn“ bezeichnet. Zwischen beiden Bahnen wurde ein Vertrag abgeschlossen, wonach die Nauendorf – Gerlebogk – Eisenbahn (NGE) die Betriebsführung auf der Strecke Gerlebogk – Biendorf übernahm. Bald lief der durchgehende Verkehr an – es gab sogar eine Bahnpostlinie Nauendorf – Biendorf. Bis zum 2. Weltkrieg wurde die Bahn überwiegend für den Güterverkehr genutzt und hatte nur geringe Bedeutung für den Reiseverkehr.

 

1928 übernahm die Firma Lenz & Co. GmbH Berlin die Betriebsführung dieser Bahn.

Zwischen 1902 und 1906 gab es weitere Pläne:

Es sollte eine 24 km lange Verbindung von Stumsdorf bis Könnern hergestellt werden und zwar mit acht Stationen und zehn Personenzügen pro Tag. Dieses Projekt scheiterte jedoch an Finanzierungsfragen und der Ablehnung durch den Saalkreis.

 

1913 wurde das Projekt wieder aufgenommen – die Zuckerfabrik Löbejün war sehr daran interessiert. Durch den 1. Weltkrieg wurde eine Verwirklichung hinfällig.

 

1921 sollte ein Anschlussgleis von Gottgau aus zur Steinkohlegrube Plötz gebaut werden. Da dieses in der Richtung Stumsdorf lag wurde erörtert, gleichzeitig eine Nebenbahn Gottgau – Stumsdorf zu bauen. Als der Anschluss dann 1923 fertig gestellt war, herrschte Inflation und der Weiterbau unterblieb. Größere Bauvorhaben wurden seit Eröffnung der NGE nicht mehr ausgeführt.

Außer dem 2,9 km langen Anschlussgleis Gottgau – Plötz gab es nur noch kleinere Anschlussgleise, mit denen die Gleisanlagen komplettiert wurden. Der Personenverkehr war sehr gering, zumal die NGE – Züge von Biendorf her größere Verspätungen hatten, das sie den Anschluss in Nauendorf nicht erreichten.

 

Ende der 20ziger Jahre war es wirtschaftlich nicht vertretbar, dass die NGE – Strecke mit Dampfzügen befahren wurde. Ab 1930 übernahm die Deutsche Reichspost die Post- und Personenbeförderung. Infolgedessen fuhr nur noch ein Zugpaar pro Tag von Löbejün nach Nauendorf, während vier Kraftpostverbindungen (Auto) von (Köthen) – Gerlebogk – Nauendorf – (Halle) bestanden.

 

Während des 2. Weltkrieges fuhr nur noch ein Zug pro Tag von Löbejün nach Nauendorf. Auf der Stecke Gerlebogk – Biendorf wurde der Personverkehr vollständig eingestellt. Nach dem Krieg diente die Strecke Bernburg – Biendorf – Gerlebogk zur Abfuhr von Schutt aus der Stadt Magdeburg, wozu noch zusätzliche Anschlussgleise zu ausgekohlten Gruben verlegt wurden, um den Schutt abkippen zu können. (Akkumulatoren – Triebwagen). Um 1948 wurde die Strecke zurück gebaut.

 

Auf der NGE (ab 01.01.1947 „volkseigen“) hatte sich der Personenverkehr gesteigert, die Bahn musste den gewachsenen Berufsverkehr bewältigen, da KOM kaum in Betrieb war. Dazu lieh sie sich von der Firma Lenz & Co. einen Reisezugwagen aus. Etwa ab 1950 übernahm ein Dieselleichttriebwagen mit 50 Sitzplätzen den Personenverkehr. Es war der Triebwagen der ehemaligen Kleinbahn Ellrich – Zorge.  Bis zu acht Triebwagen verkehrten dann in jeder Richtung, zwei davon bis Gerlebogk, bis zur teilweisen Stilllegung im Jahre 1963, sowie dem Abriss Gerlebogk - Gottgau 1964/65. Der übrige Güterverkehr behielt bis heute seine Bedeutung.

 

 

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